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Meine Methoden - Die kognitive Verhaltenstherapie

Leistungen


Ich vertrete und praktiziere überwiegend die empirisch fundierte Verhaltenstherapie mit ihrer modernsten weiterentwickelten Fachdisziplin der Kognitiven Verhaltenstherapie. Hiermit gebe ich Ihnen einen kurzen, jedoch überschaubaren Einblick in meine methodische Vorgehensweise: 

Die Kognitive Verhaltenstherapie:

Im Mittelpunkt meiner psychotherapeutischen Vorgehensweise stehen die Kognitiven Therapieverfahren, die sich als sich als eine modern wissenschaftliche Vertiefung und Erweiterung der oben geschilderten klassischen behavioralen Verhaltenstherapie aus den 60-70Jahren.  

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Mit Kognitionen (aus dem lateinischen übersetzt – „Erkennen“) sind all unsere Einstellungen, Gedanken, Erkenntnisse, Bewertungen und Überzeugungen gemeint. Den Kognitiven Therapiemethoden liegt die Annahme zugrunde, dass ein für uns dysfunktionales Verhalten und emotionales Unbehagen immer von kognitiven (gedanklichen) Fehlern ausgehen. Wichtig: Gestört ist immer, was und wie wir denken, und nicht das, was wir tun. Die Kognitive Therapie konzentriert sich damit primär auf eine Veränderung im Denken (und weniger im Erleben oder Verhalten).

Die Kognitiven Therapieverfahren, zu denen die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Rational-Emotive-Therapie (RET) gehören, gehen grundsätzlich davon aus, dass unsere Gefühle, Körperreaktionen und damit unsere gesamte Lebensqualität nur durch unsere Gedanken bzw. Bewertungen bestimmt werden. Wir können z. B. das Gefühl der Angst und deren begleitenden Körperreaktionen (wie Herzrasen) nur dann empfinden, wenn wir irgendwas als „unheimlich“ bewerten. Die Emotion der Scham und das daraus resultierende Erröten können nur dann ausgelöst werden, wenn wir Dinge im Leben für „peinlich“ halten. Bewerten wir aber diese „Dinge“ nicht mehr als „peinlich“ oder „unheimlich“, dann können wir unter den Angst- oder Schamgefühlen nicht mehr leiden und damit mehr Gelassenheit und Lebensqualität im Alltag gewinnen.

Bereits die alten Griechen haben diesen Zusammenhang zwischen Denken, Gefühlen und Verhalten erkannt. Epiktet sagte: Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile und Meinungen über sie. So ist zum Beispiel der Tod nichts Furchtbares, sondern nur die Meinung, er sei furchtbar, ist das Furchtbare. „Belastungen“ oder „Stress“ in unserem Leben werden demnach nur dann als solche empfunden, wenn wir diese als „belastend“ oder als „stressreich“ bewerten möchten (und nicht z. B. als „Herausforderungen“).  Damit bestimmen wir durch unsere (oft automatisierten und verselbständigten) Bewertungen selbst, ob und wie unsere Lebensqualität beeinträchtigt wird. Die einzig vernünftige Möglichkeit, unser Leben therapeutisch zu verändern, so die Kognitive Verhaltenstherapie, besteht also darin, unsere Gedanken zu umzustrukturieren. Denn wir sind doch das, was wir uns selbst über uns sagen, und wir werden ja geleitet durch das, was wir unserer Überzeugungen nach tun sollten.Die heutige Kognitive Therapie lehnt sich an solche philosophische – aber durchaus rationale - Grundsätze an. Sie basiert auf einfachen Grundannahmen und setzt ein „nicht einfaches“ Training und praktisches Umsetzen voraus. Klassische Reaktionsketten in der Kognitiven Verhaltenstherapie helfen ein Problemverhalten besser verstehen und modifizieren: Stadium 1: Negative Gedanken („Ich bin ein Versager“, „Ich habe nie was getaugt“) -> Stadium 2: Negativen Gefühle (Verstimmung, Niedergeschlagenheit) -> Stadium 3:  Unerwünschte Körperreaktion (Antriebslosigkeit) ->  Niedrige Lebensqualität und daraus resultierte mögliche verkürzte Lebenserwartung.    Tatsächlich konnten aktuellste klinische Forschungen deutlich zeigen, dass emotionale Probleme hauptsächlich auf bestimmte Erwartungen und Einstellungen über sich selbst, über andere Menschen und über die Welt zurückzuführen sind. Jüngste Psychotherapiestudien platzieren die Kognitive Verhaltenstherapie - als wissenschaftlich fundiertes Verfahren - ganz oben auf die Effektivitätsliste der anerkannten Psychotherapiemethoden.

Konkreter Arbeitsverlauf meiner (kognitiven) Psychotherapie: 

In der Kognitiven Verhaltenstherapie wird davon ausgegangen, dass viele psychische Belastungen durch nicht immer bewusste (automatisierte) irrationale bzw. falsche Denkschemata verursacht werden. Diese sind von den Patienten selbst zu erkennen, zu verwerfen und mit neuen Denkweisen zu korrigieren. Neu erworbene Denkschemata werden in weiteren Therapieschritten (unter Anleitung des Therapeuten) ins Verhalten umgesetzt und trainiert.

In der kognitiven Psychotherapie sind folgende Arbeitsstadien zu erkennen:

1.

Aufbau der psychotherapeutischen Beziehung und des ersten Arbeitsbündnisses.

2.

Benennung, Beschreibung und Selbstbeobachtung der akuten Symptomatik bzw. des Problemverhaltens.

3.

Formulierung der Therapieziele und des psychotherapeutischen Auftrages.

4.

Erkennen von früheren biographischen Lernprozessen und Prägungsereignissen, die eine Relevanz zu dem aktuellen Problemverhalten haben.

5.

Verhaltensanalyse der Beschwerden und deren Auslöser.

6.

Herausarbeiten von bisher automatisierten Gedanken und alten dysfunktionalen Denkschemata (schriftliche Kognitive Verfahren)  

7.

Erarbeiten von korrigierten Denkweisen

8.

Umsetzen von neuen Denkmuster in sensu (Training) und vivo (in tatsächlichen Lebenssituationen)

9.

Selbstmanagmentstechniken zum Erhalt der neuen Denk- und Verhaltensweisen.

Beispiele für die häufigsten dysfunktionalen Denkgewohnheiten in meiner Praxis:

1)

Panikstörung: „Mein Herzrasen ist lebensgefährlich, gleich bekomme ich einen Herzinfarkt und werde umkippen“ (Korrektur: „Mein Herzrasen ist höchstens unangenehm, denn mein Herz ist doch ganz gesund. Ich bin noch nie umgekippt“).

2)

Sozialphobie: „Die anderen sind mir überlegen und lachen mich bestimmt aus. Gleich werden Sie auch merken, dass ich schwitze, wie peinlich“ (Korrektur: „Ich bin nicht weniger wert als andere Menschen. Wer mich nicht kennt, kann auch kein Urteil über mich bilden“. Ich schwitze genau so wie jeder andere Mensch auch“).

3)

Depression: „Ich bin ein Versager, ich leiste Nichts und bin nichts wert“. „Ich kann anderen Menschen nicht genügen“. (Korrektur: Misserfolg ist menschlich und kein Versagen. Meine Leistungen haben mit meiner Selbstwertigkeit als Mensch Nichts zu tun. Ich lebe mein Leben nicht nur um was zu leisten. Auch nach Misserfolg bin ich genau so viel wert“. „Auch nicht alle anderen Menschen können mir genügen. Ich bin nicht auf dieser Welt, um Anderen gerecht zu werden“).

4)

Essstörungen: „Wenn ich zugenommen habe, verliere ich an Kontrolle und versage. Ich kriege mehr Anerkennung, wenn ich untergewichtig bin“ (Korrektur: „ Gerade Untergewicht und dessen körperlichen Konsequenzen bedeuten Kontrollverlust. Auch ein gesundes Gewicht kann ich kontrollieren. Ich sollte Anerkennung nicht mit Mitleid verwechseln“).

5)

Schlafstörung: “Wenn ich nicht ausreichend tief schlafe, bin ich morgen nicht leistungsfähig“ (Korrektur: Meine Leistungsfähigkeit ist nur vom Schlaf, sondern auch von anderen Faktoren abhängig. Ich habe schon oft nach wenigem Schlaf viel geleistet“).

6)

Sexuelle Störungen: „Meine sexuelle Leistungen sind unzulänglich, ich bringe nicht das, was erwartet wird. Ich habe ja versagt“ (Korrektur: „Sex ist keine Leistung, sondern ein spontanes natürliches Verhalten. Müdigkeit, zu viel Alkohol oder ein falscher Leistungsdruck meinerseits sind dafür verantwortlich“).

Typische fehlerhafte Denkschemata aus der Praxis:

„Wenn ich abgelehnt werde, dann bin ich weniger wert“, „Alle Menschen, die ich mag, sollten mich auch mögen“. „Wenn ich Fehler mache, dann versage ich“. „Ich kriege nur dann Anerkennung, wenn ich was leiste“. Automatisierte Gedanken: „Ich werde nie so gut sein, wie mein Bruder“, „Ich muss… statt Ich will„. „Ich kann es nicht“. „Ich bin unfähig“. „Ich werde es nie schaffen“.

Stichworte zu meinen Therapiemethoden: Die Rational-Emotive-Verhaltenstherapie (RET oder REVT, von Albert Ellis), ABC-Modell, Kognitive Umstrukturierung, Sokratischer Dialog, Geleites Entdecken, Geleitete Imagination, Verdeckte Sensibilisierung, Systematische Desensibiliserung, Progressive Muskelentspannung.

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Dr. Guy Saar - Diplom Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut
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